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14+
TaO!
Politeia
Die Gerechtigkeit ist ein Schwein mit gebrochenen Flügeln.

Wer hat eigentlich die Demokratie erfunden? Wie funktioniert Politische Bildung? Ist Justitia eher tot oder lebendig? Wie nehmen junge Menschen politisches Geschehen wahr? Und (wie) haben sie daran teil?

Die ambitionierte Pia will sich für ein Praktikum in der österreichischen Botschaft in New York qualifizieren und zwar mit einem politischen Experiment: sie will das Wesen der Demokratie mithilfe vieler Symbole und drei junger Adlerfiguren vorführen. Auch Vögel können politisch sein! Ihre Assistentin, bzw. Übersetzerin und Vermittlerin ist die pragmatische Carmen. Kollege Paul tritt als politischer Aktivist und Justitia-Statue im Experiment in Erscheinung – er hat beschlossen, sich so lange nicht zu bewegen, bis die Welt gerecht ist. Die jungen Adler durchlaufen im Experiment exemplarisch verschiedene Stadien: Familie, Gemeinschaft, Diktatur, Revolution, Demokratie und werden mit der Forderung nach einer gerechten Gesellschaft konfrontiert. Für Pia ist das Projekt abgeschlossen, doch es entwickelt zunehmend Eigendynamik und die ZuschauerInnen finden sich bald in der Realpolitik und im österreichischen Nationalrat wider. Langsam driftet das Geschehen in eine surreale (Alp-)Traumwelt ab...

In dieser Performance untersuchen sechs Jugendliche Politik. Sie setzen im antiken Griechenland an, der sogenannten Wiege der Demokratie und spannen einen Bogen bis ins österreichische Parlament und zur aktuellen Tagespolitik. Die ProtagonistInnen organisieren sich, suchen den perfekten Staat, streiten, tanzen, lernen sprechen, stimmen ab und legen den Finger auf die Wunde.

Die Begriffe Autonomie, Herrschaft und Gerechtigkeit schweben dabei wie drei Damokles-Schwerter im Raum, in dem der Utopie eines Idealstaats die Flügel zurecht gestutzt werden.

Eine schräge Performance über Politik, Demokratie und Parlamentarismus aus der "Vogel-Perspektive".

Begrenzte Platzzahl - Reservierung empfohlen

Hintergrund
Politik scheint kompliziert für junge Menschen: voller Symbole, großer Gesten, Ideen und Ideale. Oft ist von der "Politikverdrossenheit der Jugend" die Rede. Die Performance handelt von Versuchen der Symbolgewalt gerecht zu werden, von politischem Aktivismus und davon, wie leicht Ideale für persönlichen Profit instrumentalisiert werden können. Ausgangsmaterial waren Platons „Politeia“, Stenographische Protokolle von Nationalratssitzungen und PolitikerInneninterviews. Die Performance wurde vom Team gemeinsam mit den SpielerInnen anhand von unterschiedlichen Fragestellungen erarbeitet.

"'Politeia' ist eine ästhetisch und qualitativ geniale Abklopftechnik über politische Philosophie sowie bürgerferne Realpolitik. Die mit Jugendlichen erarbeitete Performance des TaO! in Graz erlegt politische Symbole wie Jäger ihr Wild: präzise und routiniert. Kann das denn gut gehen - die angeblich verdrossene Jugend mit Politik zu konfrontieren? Ja - und wie! Es geht um einen Praktikumsplatz an der österreichischen Botschaft in New York, den eine junge Frau (Pia Pollak) ergattern will. Als Bewerbungsprojekt schickt sie unter Mithilfe einer Übersetzerin und politischen Vermittlerin (Carmen Schabler) drei junge Adler in diverse politische Experimente, konfrontiert sie mit großen Symbolen wie der lebenden Justitia (Paul Scheufler) oder überlebensgroßen Begriffen wie Gerechtigkeit. Maria Prettenhofer, Alexandra Rieser und Anna Weber glänzen, in gebückter Haltung und mit nach unten gezogenen Mundwinkeln, als krächzende, manipulierbare Vögel. Regisseur Simon Windisch holt die große politische Geschichte aus jugendlichem Blickwinkel in die Gegenwart. Irgendwann liegen Fotos aller 183 Abgeordneten des österreichischen Nationalrats auf dem Boden. Und aus einer Rede von Reinhold Lopatka (ÖVP) wir Folgendes zitiert: 'Bitte reden Sie Österreich nicht schlecht!.' Wir appellieren: Sagen Sie nicht Jugendtheater dazu. Hingehen!"
[Kleine Zeitung]

"Im Stück 'Politeia' (...) werden die Mechanismen, Symbole und Gesten der Demokratie mit den Mitteln der Performance auf ihren Wert abgeklopft. (...) Grandios unverschämt hinterfragt dieses Stück die Politikverdrossenheit (nicht nur) der Jugend und stemmt sich zugleich mit aller Vehemenz dagegen. Brisanter und besser geht kaum!" [Kronen Zeitung]

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Arr-down

Pia Pollak, Maria Prettenhofer, Alexandra Rieser, Carmen Schabler, Paul Scheufler, Anna Weber

Simon Windisch

Moritz Ostanek

Stefanie Lehrner

Robert Lepenik

Priska Petau

Nadja Wrisk

Nina Ortner